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Bildhauerwoche Klasse Tobler

Mit Hammer und Meissel: Die Schule entdeckt das Steinbildhauen

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Mit Hammer und Meissel: Die Schule entdeckt das Steinbildhauen

Während einer Woche tauschten die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse des Schulhauses Ergaten Frauenfeld ihre Schulbücher teilweise gegen Hammer und Meissel. In der Bildschule Frauenfeld lernten sie unter der Anleitung der Bildhauer Susan Kopp und Julien Keller das traditionelle Handwerk der Steinbildhauerei kennen. Aus rund 50 Kilogramm schweren Sandsteinblöcken entstanden Schritt für Schritt ganz unterschiedliche Tiere. Die Projektwoche bot den Kindern dabei eine besondere Verbindung von Kreativität, handwerklichem Können und Gemeinschaft.

Ein Tier, das im Stein verborgen ist

Das Thema der Woche lautete «Tiere». Jedes Kind sollte ein Tier aus einem etwa 50 Kilogramm schweren Sandsteinblock herausarbeiten. Doch bevor Hammer und Meissel zum Einsatz kamen, wurde zunächst mit Ton gearbeitet. Jedes Kind formte sein gewünschtes Tier und machte sich Gedanken darüber, wie dieses später im Stein Gestalt annehmen könnte. Danach begann die eigentliche Arbeit. Mit Spitzeisen, Meissel, Fäustel und Hammer wurde dem Stein bearbeitet. Das war eine grosse Herausforderung. Die Kinder mussten genau beobachten, vorausdenken und sich vorstellen, welche Teile des Steins entfernt werden durften und welche für das Tier erhalten bleiben mussten. Die körperlich anstrengende Arbeit verlangte während dieser Woche viel Ausdauer und Geduld.

Lernen mit Hammer und Meissel

Die Klasse von Barbara Tobler und Bettina Zech wurde während der Projektwoche jeweils in zwei Halbklassen aufgeteilt. Während eine Gruppe unter der Anleitung der beiden Bildhauer an ihren Steinen arbeitete, beschäftigte sich die andere Gruppe mit dem regulären Unterricht. Dieser fand während der Woche ausnahmsweise in den Räumen der Bildschule statt. So wurde neben dem kreativen Arbeiten auch Mathematik gelernt, die Sage von Romulus und Remus mit Bildern illustriert und an den Schülerpräsentationen für den Elternabend gearbeitet. Die Projektwoche verband damit handwerkliches und künstlerisches Lernen mit dem normalen Schulalltag. Die Räume der Bildschule boten dazu einen idealen Rahmen!

Viel Einsatz und klare Regeln

Das Arbeiten mit Stein will gelernt sein. Für einen möglichst sicheren Ablauf mussten sich die Schülerinnen und Schüler an klare Regeln halten. Geschlossene Schuhe und Schutzbrillen waren Pflicht. Auch galt: Mit dem Werkzeug durfte nur am eigenen Werk gearbeitet werden. Trotz aller Vorsicht blieb die Arbeit nicht ganz ohne kleine Blessuren. Das eine oder andere Pflästerli musste verteilt werden. Die Kinder liessen sich davon jedoch nicht entmutigen. Mit grossem Eifer und sichtbarer Freude arbeiteten sie weiter an ihren Tieren.Während der ganzen Woche wurden die jungen Bildhauerinnen und Bildhauer von vorbeigehenden Passanten wahrgenommen. Im kleinen Park vor der Bildschule blieben immer wieder Menschen stehen, um den Kindern beim Hämmern und Meisseln zuzuschauen und mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Freiwilliger Endspurt

Am Donnerstagnachmittag legten einige Schülerinnen und Schüler sogar noch einen freiwilligen Endspurt ein. Sie kamen nochmals in die Bildschule, um ihre Werke für die bevorstehende Werkschau fertigzustellen. Das Wetter zeigte sich dabei von seiner sommerlichen Seite. Nach einer sehr warmen Woche war eine Abkühlung besonders willkommen. Ein Vater sorgte mit einer Glacéspende für eine willkommene Erfrischung.

Die Spannung bei der Vernissage

Am Freitag, 21. August, war es dann so weit: Die fertig bearbeiteten Steine wurden an einer Werkschau präsentiert. Eigentlich war die Ausstellung im Freien geplant. Doch nach der sommerlichen Hitze wurde es am Freitag deutlich kühler und es begann zu regnen. Kurzerhand wurde die Vernissage deshalb in die Räumlichkeiten der Bildschule verlegt. Zahlreiche Eltern, Grosseltern, Verwandte und Freunde kamen zur Vernissage. Nach Ansprachen der Präsidentin Silvia Peters und Barbara Luginbühl (als neue Schulleiterin der Bildschule) erhielten auch eine Schülergruppe die Gelegenheit, den Initiantinnen dieser Woche zu danken. Dann wurde es spannend: Die verpackten Kunstwerke wurden gruppenweise enthüllt. Nach und nach kamen die verschiedenen Tiere zum Vorschein – jedes einzigartig und mit seiner eigenen Geschichte. Stolz konnten die jungen Kunstschaffenden zeigen, was sie während dieser intensiven Woche erarbeitet hatten.

Aus einem Stein wird eine Erinnerung

Die Bildhauerwoche war für die Schülerinnen und Schüler weit mehr als eine Abwechslung zum normalen Unterricht. Sie lernten ein altes Handwerk kennen, entdeckten ihre eigene Kreativität und erfuhren, dass ein gutes Ergebnis Zeit, Kraft, Geduld und Durchhaltevermögen braucht. Besonders eindrücklich ist, was innerhalb von nur wenigen Tagen aus den schweren Sandsteinblöcken entstanden ist. Die Kinder haben den Stein nicht einfach bearbeitet – sie haben in ihm ein Tier entdeckt und zum Vorschein gebracht.

Ihre fertigen Werke dürfen die Schülerinnen und Schüler mit nach Hause nehmen. Damit bleibt ihnen nicht nur ein ungewöhnliches Kunstwerk, sondern auch eine bleibende Erinnerung an eine besondere und kreative Woche in der Bildschule Frauenfeld.

Primarschulgemeinde Frauenfeld
Frauenfeld, im August 2026

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