Die T-Shirt AG


Zielen, Sieb ablegen, Farbe einmal nach unten, Platzwechsel, Farbe einmal nach oben, einmal nach rechts, einmal nach links, einmal nach unten, Farbe einsammeln, nochmals einmal nach oben, Schaber ausklopfen und Sieb weg! Wau, sieht das schön aus! Ungefähr zwei Wochen lang tönt es während den TW-Stunden so. Die Technik des Siebdrucks begeistert – sie ist einfach und sehr wirkungsvoll! Die Freude ist sehr gross. Es erinnert fast nichts mehr daran, dass das Projekt T-Shirt drucken fast bachab gegangen wäre.

Vier Wochen vor der Projektwoche war die grosse Frage: Kommen die T-Shirts noch oder nicht? Eingerechnet waren vier Wochen, drei Wochen für den Druck auf dem Rücken und dem Bauch und eine Woche für das Fixierbügeln. Da jetzt nur noch drei Wochen zur Verfügung standen und der 1. Mai und die Sternwanderung auch noch waren, musste ein Notfallplan her. Das Notfall-Motto hiess: Wer druckt die meisten T-Shirts in zwei Lektionen! Von den gesamthaft 167 T-Shirts waren nur etwa die Hälfte von meinen Schülerinnen und Schüler, die andere Hälfe gehörten den Fremdsprachen- und Kindergartenkindern, sowie den Lehrpersonen. Das hiess also, doppelte Geschwindigkeit, da wir den Kindergartenkindern den Zeitdruck nicht zumuten konnten!


Während die einen Kinder es ein bisschen „blöde“ fanden, dass sie für die „Kleinen“ drucken mussten, waren andere Kinder topmotiviert und gaben Vollgas. Das Vollgas geben ging sogar soweit, dass daraus eine Firma entstanden war: Die Kurzdorf T-Shirt AG – oder so ähnlich! Die Gründer waren Maxi und Muhammed. Sie automatisierten am Montag in der zweiten Woche die Arbeitsvorgänge soweit, dass ich als Lehrerin wegrationalisiert werden und an meiner Stelle Yasin eingestellt werden konnte. Jeder der drei Jungs hatte seine Aufgaben und weil die Handgriffe so gut sassen, schafften sie sagenhafte 63 T-Shirts in etwa einer Lektion! Hey, ihr ward super! Selbstverständlich fehlten selbst die Geräusche der Druckmaschine nicht! ☺


Natürlich schlief die Konkurrenz nicht, bereits am gleichen Tag bekam ich die Zusicherung, dass am Donnerstag dieser Rekord geknackt werden würde – Elia und seine Firmenkollegen machten sich startklar. Leider kam es nicht mehr zu dieser Herausforderung, denn bis Ende Woche waren alle Kindergarten- und Lehrer-T-Shirts bereits bedruckt! Trotzdem auch euch ein Lob, ihr hättet sicher einen ähnlich hohen Rekord erreicht!

Ein Lob geht ausserdem an Elia und Maxi, die die Idee der T-Shirts in den Schülerrat gebracht, das Sujet gewählt und die Farben bestimmt haben. Leider haben wir die Farben abändern müssen, da aus drucktechnischen Gründen ein rotes T-Shirt mit einem gelben Druck laut Siebdrucker nicht möglich ist. Pech, aber sie sehen trotzdem schön aus. Herzlichen Dank für eure Vorarbeit! ☺

Obwohl das normale Programm ziemlich durcheinander geraten ist, hat das T-Shirt drucken Spass gemacht. Einzig das Brünneli musste sehr leiden, aber unter fachmännischer Beratung von Herrn Metzger erlangte das Porzellan seinen weissen Glanz zurück.


Linda Frauenfelder
  Fotos T-Shirt AG